Allgemeines zum Gewässerschutz, Stand 2000
(neuere Informationen sind in den Unterkapiteln zu finden)
Der Pfäffikersee ist ein einfach gegliederter Trogsee, der mit einem einzigen Tiefenprofil (Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen) an der tiefsten Stelle in der Seemitte bezüglich Chemismus gut charakterisiert werden kann. Seit 1951 werden hier mehr oder weniger regelmässig Wasserproben erhoben. Die Ursache für den schlechten Zustand des Pfäffikersees erkannte man schon früh in der Überdüngung des Seewassers hauptsächlich durch häusliche Abwässer. Die Gewässerschutzgruppe der "Pro Pfäffikersee" orientierte die Behörden im Einzugsgebiet und half so mit bei der beschleunigten Verbesserung des Kanalisationsnetzes und der dringlichen Modernisierung der Abwasserreinigungs- anlagen (Simultanfällung und Flockungsfiltration). Auch in der Landwirtschaft konnte der Nährstoffaustrag reduziert werden.
Eigene Zuflussuntersuchungen haben schon 1983 gezeigt, dass sich der Nährstoffzufluss zum See durch die getroffenen Massnahmen stark verbessert hat. "Pro Pfäffikersee" forderte nun weitere Massnahmen zur Beschleunigung der erwarteten Gesundung des Sees. Der Kanton war besonders vorsichtig, umso mehr als es sich um seinen drittgrössten See handelt. Schlechte Erfahrungen wurden am Pfäffikersee schon Anfangs der Sechzigerjahre gesammelt: Als Weltneuheit lief im Pfäffikersee ab dem 15. Aug. 1958, die erste seeinterne Massnahme, eine Belüftung.(mit sehr mässigem Erfolg, siehe Teil 2). 1992 konnte die Zirkulationsunterstützung - ein auf das Winterhalbjahr beschränkter Eingriff - in Betrieb genommen werden. Der Pfäffikersee geniesst besondere Aufmerksamkeit beim AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, das der Baudirektion unterstellt ist). Messsonden übermittelten alle 2 Stunden Temperatur- und Sauerstoffmessungen nach Zürich. Die ausgewerteten Messdaten sowie Resultate der monatlichen Tiefenprofile sind mit erläuternden Kurzkommentaren im Internet abrufbar. Genauere Information siehe:"Oberflächengewässer und Abwasserreinigungsanlagen",AWEL, Abteilung Gewässerschutz (letzte Auflage 1998). Obwohl der Phosphorgehalt, der wichtigste Nährstoff im Pfäffikersee, seit über dreissig Jahren kontinuierlich rückläufig ist, hat der See auch nach 9 Jahren Zirkulationsunterstützung die gewünschte Zielsetzung bezüglich ganzjährlich minimalem Sauerstoffgehalt im gesamten Wasserkörper noch bei weitem nicht erreicht. Von Juli bis Dezember ist im Tiefenwasser kein gelöster Sauerstoff vorhanden. Es liegen noch grosse Mengen Nährstoffreserven im Sediment als Zeuge vergangener Sünden. Die Rücklösung erfolgt hauptsächlich im Sommerhalbjahr. Biologische Untersuchungen zeigen, dass dennoch der Trend zur Besserung anhält. Ein Rückschlag bedeutete das Felchensterben im Spätsommer 1999. Die Ursachen konnten nicht ermittelt werden. Es bleibt die Erkenntnis, dass sich der Pfäffikersee weiterhin in einem sehr labilen Zustand befindet.
Vom AWEL angeordnete Sedimentuntersuchungen sollen im Sommer 2001 publiziert werden. Sedimentkerne geben Auskunft über die Wasserqualität der letzten Jahrhunderte, also aus Zeiten geringerer Zivilisationsbelastungen. Möglicherweise lassen sich damit realistische Zielsetzungen für die weitere Sanierung des Pfäffikersees gewinnen. Peter Pleisch 2000
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