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Im Sommer 2008 wurde wiederum eine umfassende Bestandesaufnahme der brütenden Indikatorarten durchgeführt. Nachstehend berichte ich über unsere Beobachtungen und Erfahrungen in der abgeschlossenen Brutperiode.
Artenstatistik Der vorliegende Bericht stützt sich auf 803 Meldungen. Im Sommerhalbjahr 2008 wurden gemeldet:: 111 verschiedene Vogelarten, davon - 19 Indikatorarten als Brutvögel - 28 Indikatorarten als Durchzügler und Nahrungsgäste Zum Brutgeschehen im Sommer 2008 Zu den regelmässigen Brutvögeln:
Taucher Der Zwergtaucher hat immer mehr Mühe, seinen Bestand zu halten. Zudem konnten wir an den verbliebenen 3 Brutplatzen keine Jungen feststellen. Ein schlechtes Brutjahr wiesen die Haubentaucher auf. Weniger Paare als im Vorjahr führten meistens nur noch 1 Juv. Viele anwesende Haubentaucher begannen gar keine Brut mehr, sondern fischten während der Brutzeit in grossen Gruppen gemeinsam. Ob hier Nahrungsmangel eine Rolle spielen könnte?
Reiher Zwergdommeln konnten an zwei Standorten in der nördlichen Seehälfte beobachtet werden. Mindestens ein Paar hat erfolgreich gebrütet.
Störche Am Südrand des Schutzgebietes, auf einem alten Fabrikkamin am Schönauweiher, brütete ein Paar Weissstörche wiederum erfolgreich. Einer der beiden Jungstörche ist leider umgekommen, während der zweite am 17. Juni von Max Zumbühl beringt werden konnte. Es handelt sich um die erste erfolgreiche Storchenbrut in Wetzikon seit 105 Jahren.
Enten und Schwäne Etliche grosse Stockenten-Familien konnten dieses Jahr rund um den See beobachtet werden. Bereits am 7. April war ein Weibchen mit 12 pulli unterwegs. Den selteneren Enten war kein Bruterfolg beschieden. Einige Reiherenten-Paare waren zur Brutzeit anwesend, doch konnten nirgends Junge gesichtet werden. Erneut bauten auch die anwesenden Höckerschwäne keine Nester. Schwäne haben letztmals im Jahr 2005 erfolgreich gebrütet.
Greifvögel Der Schwarzmilan brütete dieses Jahr erneut am Westufer. Bettelrufe deuteten auf eine erfolgreiche Brut hin. Der Rotmilan war ein regelmässiger Nahrungsgast im Ried. Seine Brutplätze befanden sich aber an den Waldrändern westlich und östlich des Pfäffikersees. Erfolgreich brüteten die Turmfalken in Nistkästen in Robenhausen und in der Nähe des Römerkastells. Nach Abschluss der Bruten waren regelmässig Junge im Riet zu beobachten.
Feldhühner Ganz überraschend haben sich im Mai und Juni viele Wachteln im Südteil des Schutzgebietes eingefunden. Ihr Schlag konnte teilweise sogar tagsüber vernommen werden. Es ist schwierig Bruten nachzuweisen, doch konnten wir 3 Standorte bestimmen, wo über einige Wochen Rufe zu vernehmen waren.
Rallen Im Vergleich zum Vorjahr konnten Wasserralle und Teichhuhn ihre Bestände halten. Bei der Wasserralle fällt auf, dass ihre Brutplätze jetzt vermehrt im südlichen Teil des Schutzgebietes liegen. Das Teichhuhn bringt kaum mehr Junge auf, was vor allem am Nordufer festgestellt wurde.
Regenpfeifer Die Kiebitze haben uns dieses Jahr vollständig im Stich gelassen. Zur Zugzeit im Màrz herrschte gutes Wetter, so dass wir diesmal keine witterungsbedingten Einflüsse geltend machen können. Der Brutplatz im Müliriet war perfekt bereitgestellt und Störungen blieben diesmal aus. Es ist für uns ein Rätsel, warum diese Vogelart nicht einmal den Versuch unternommen hat, bei uns zu brüten.
Schnepfen Bekassine waren bis gegen Ende April auf verschiedenen Rietwiesen anzutreffen, doch zur Brut kam es auch dieses Jahr nicht.
Möwen / Seeschwalben Auf dem Brutfloss im Chliisee hat erneut ein Paar Mittelmeermöwen gebrütet. Dieses Jahr wurden die beiden Jungen flügge und blieben noch einige Zeit am See. Das zweite Brutfloss in der Herdplattenbucht wurde erneut durch Lachmöwen und Flussseeschwalben gemeinsam genutzt. Die beiden Lachmöwen-Paare zogen drei Jungmöwen auf. Eine Kontrolle beim Floss ergab, dass 10 Flussseeschwalben-Paare gebrütet haben müssen. Mindestens 8 Junge sind flügge geworden. Ein weiteres Brutfloss wurde rechtzeitig zum Brutbeginn in der Auslikerbucht verankert. Da weniger Flussseeschwalben einflogen als im Vorjahr, blieb diese Bruthilfe diesmal noch unbenutzt. Kuckuck Da der Kuckuck sehr mobil ist und sein Ruf rund um den See vernommen werden kann, ist es stets etwas schwierig abzuschätzen, wie viele Paare im Gebiet anwesend sind. Aufgrund der vorhandenen Meldungen schätzte ich diesmal 2 Paare.
Eulen Der Schleiereulen-Brutkasten an der Scheune Wolfensberger war auch dieses Jahr wieder besetzt. Es flogen 3 junge Eulen aus. Im März waren Rufe der Waldohreule im Himerich zu vernehmen. Junge konnten dann aber leider keine festgestellt werden.
Spechte Der Bestand des Grünspechts nimmt weiter zu. Er ist ganzjährig rund um den See anzutreffen. Wir schätzen, dass im Gebiet drei Paare gebrütet haben. An drei Orten konnten insgesamt 6 Jungvögel beobachtet werden. Ausserhalb der Brutzeit ist in letzter Zeit hin und wieder ein Grauspecht anwesend. Zur Brut kam es jedoch nicht. Auch der Schwarzspecht wurde während der Brutzeit einige Male gesichtet. Im Schutzgebiet hat er dieses Jahr jedoch nicht gebrütet. Der Kleinspecht ist ein heimlicher Brutvogel. An zwei Standorten ist er regelmässig aufgetreten oder machte sich durch Rufe bemerkbar. Seine Bruthöhlen haben wir jedoch nicht gefunden und auch keine Jungvögel entdeckt.
Wasseramseln Der traditionelle Brutplatz unter der Chämptnerbachbrücke blieb diesmal verwaist. In Kempten waren während der ganzen Brutzeit Bauarbeiten im Gange und haben zeitweise das Bachwasser stark getrübt. Die Vögel werden daher in Richtung Chämptnertobel ausgewichen sein.
Grasmücken Die bevorzugten Brutplätze des Feldschwirls liegen im Südosten des Schutzgebietes. 10 der 11 Paare brüteten in dieser Region. Der Rohrschwirl machte sich dies Jahr sehr rar. Nur zwei Brutstandorte konnten wir ausmachen. Obschon im letzten Winter enorm viel entbuscht wurde, konnte sich der Bestand des Sumpfrohrsängers auf einem hohen Stand halten. Auch seine Standorte liegen fast ausschliesslich im Süden und Osten des Pfäffikersee-Gebietes. Beim Teichrohrsänger war der Brutbestand leicht unterdurchschnittlich. Mit 75 Paaren war er aber immer noch beträchtlich. Im Vergleich zu früheren Jahren nimmt der Bestand des Drosselrohrsängers erfreulicherweise zu. Nebst drei sicheren Brutstandorten sang je ein Männchen zeitweise noch an weiteren drei Orten. Zusätzlich erfassen wir auch noch die Bruten der Gartengrasmücke. 36 Paare konnten wir dieses Jahr zählen. Trauerschnäpper waren leider keine anwesend. Erfreulicherweise unternahm ein Paar Dorngrasmücken einen Brutversuch in der Nähe der Strandbadstrasse. Ob die Brut erfolgreich verlaufen ist, konnten wir leider nicht feststellen. Wie schon letztes Jahr war auch in der Tüfi mal kurz eine Dorngrasmücke zu hören.
Drosseln In der Tüfi unternahm ein Braunkehlchen-Paar einen Brutversuch. Der Brachstreifen entlang eines Spazierweges hatte es ihnen angetan. Leider wurde die angrenzende Rietwiese um Mitte Juni geschnitten, so dass das Paar vermutlich abwanderte. Durch geeignete zusätzliche Schutzmassnahmen könnte dieses Gebiet gefördert werden.
Schwanzmeisen Schwanzmeisen sind in dieses Jahr nur an zwei Orten aufgetreten. Grosse Familienverbände weisen aber darauf hin, dass diese Bruten erfolgreich verlaufen sind. Würger Erneut hat ein Neuntöter-Paar im Müliriet gebrütet und zwei Jungen aufgebracht. Ein zweites Paar siedelte sich im Himmerich an und war ebenfalls erfolgreich.
Finken Brutplätze von Girlitzen konnten dieses keine Jahr keine gefunden werden. Auch vom Distelfink sind weniger Paare zur Brut geschritten als im Vorjahr.
Ammern Weiter zugenommen hat hingegen der Brutbestand der Goldammern. Brüteten sie in früheren Jahren vereinzelt im Nordwesten, so liegen heute alle Brutplätze im Südosten.
Interessante Durchzügler und Nahrungsgäste Schwarzhalstaucher waren bis etwa Mitte Mai am See anwesend, wanderten dann aber ab. Zwei Nachtreiher zeigten sich im Juni kurz am Nordufer und bis zu 5 Silberreiher verweilten gleichzeitig am See. Ein einziges Mal ist in diesem Frühjahr ein Purpurreiher aufgetaucht. Im Frühjahr 2008 zeigten sich praktisch keine Krickenten und nur wenige Knäkenten. Auch Kolben- und Löffelenten waren nur vereinzelt anzutreffen. Einzelne Tafelenten-Männchen verbringen den Sommer stets am See, zugehörige Weibchen fehlen jedoch. Ein Brautenten-Männchen ist unserem See seit Jahren treu. Im April kreisten einige Male Rohrweihen über unserem Gebiet und auch ein Kornweihen-Männchen war kurz zu Gast. Im Frühjahr und im Herbst konnten Fischadler auf dem Zug beobachtet werden. Ende April zeigte sich ein Paar Rotfussfalken im Robenhauserriet. Auch Baumfalken waren regelmässig im Riet auf Nahrungssuche anzutreffen. Die Brut fand aber ausserhalb unseres Schutzgebietes statt. Am 21./22. Juni sang ein Tüpfelsumpfhuhn im Himerich. Die spätere Nachsuche blieb leider erfolglos. Verschiedene Limikolen machten Rast auf dem Frühjahrs- oder Herbstzug. Besonders erwähnendwert der Austernfischer am 14. September, der erstmals in meiner Statistik erscheint. Daneben waren aber auch Bekassine, Rotschenkel, Grünschenkel, Bruchwasserläufer und Flussuferläufer zu beobachten. Ganz selten erscheinen in letzter Zeit Zwergmöwen am See. Recht häufig dagegen die Trauerseeschwalben, teilweise sogar mitten in der Brutzeit. Der Eisvogel verliess unser Gebiet um Mitte April, um ins Brutgebiet zu wechseln und kehrte um Mitte September an den See zurück. Öfters als auch schon, waren dieses Jahr die schmucken Wiedehopfe anwesend. Sie erscheinen stets als Einzelvögel so um Mitte April. Schafstelzen waren in früheren Jahren öfters anzutreffen, diesmal eine einzige Beobachtung. Am 8. April war es gleich drei Beobachtern vergönnt, in der Nähe des Rest. Seerose auf ein weisssterniges Blaukehlchen zu treffen. Braunkehlchen waren sowohl im Frühjahr, wie auch im Herbst zahlreich im Riet auf Nahrungssuche. Im April/Mai waren drei Mal Schilfrohrsänger im Gebiet anwesend, ein seltener Zugvogel. Erwähnendwert ein singender Gelbspötter im Juni im Himmerich. Auch ein singender Berglaubsänger vermutet man im Mai nicht unbedingt im Riet. Alpenbirkenzeisig und Ortolan waren weitere interessante Nahrungsgäste.
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