Referat GV 2001

An der Generalversammlung 2001 hielt Forstmeister Bruno Abegg ein Referat über die Auswirkungen des Sturmes Lothar auf die Wälder.

Reto Marghitola berichtete in der Tageszeitung „Der Landbote“ in der Ausgabe vom 5. Juni 2001 wie folgt :

   «Der 26. Dezember 1999 ist ein Tag, den die Förster nie vergessen werden»,
   begann Kreisförster Bruno Abegg sein Referat über die Auswirkungen des
   Sturms «‹Lothar›» und projizierte das Bild eines zerstörten Waldes. Sogleich
   relativierte Abegg aber das Ausmass des Sturms: «'Lothar' war keine
   Naturkatastrophe, sondern höchstens eine wirtschaftliche und emotionale
   Katastrophe für betroffene Waldeigentümer. 94 Prozent der Bäume stehen
   nach ‹Lothar› noch. Eigentlich ist es ein Pappenstiel gewesen», meinte er und
   erläuterte, wo «Lothar» grösseren Schaden anrichtete: «Im Kanton Zürich
   lagen die Schwerpunkte des Sturms im Rafzer Feld, in Embrach und in der
   Region zwischen Zürich, Greifensee und Hittnau.»
   «Lothar» hatte gravierende wirtschaftliche Konsequenzen. Der Holzpreis sank
   stark. Grössere Mengen Holz wurden nach Österreich exportiert. «Selbst in
   einfachen Lagen können nur die Kosten gedeckt werden. In schwierigen
   Lagen ist das Aufrüsten viel teurer als der Verkaufspreis», erklärte Abegg
   den Umstand, dass viele umgestürzte Bäume einfach liegen gelassen
   werden. Private und der Staat reagierten unterschiedlich auf «Lothar».
   Während der Staat nach ökonomischen Kriterien handelte, sieht Abegg bei
   Privaten andere Motive. «Viele traditionell eingestellte Waldeigentümer
   wollten ihren Wald sauber und aufgeräumt haben.»

   Wann kommt der nächste Sturm?
   Abegg sieht den Grund für die Zunahme extremer Naturereignisse in der
   Klimaveränderung. «Ich kann Ihnen garantieren, dass sie in den nächsten
   Jahrzehnten wieder einen Sturm erleben werden», prophezeite der
   Kreisförster. Auf das Waldsterben angesprochen, sagte er: «Der Wald stirbt
   zwar nicht ab, wie man vor 10 bis 15 Jahren meinte, aber die
   Luftverschmutzung schwächt den Wald.» Bodenversäuerung und eine erhöhte
   Empfindlichkeit auf Frostschäden seien die Konsequenzen der
   Luftverschmutzung. Sein Ausblick auf die Zukunft war düster: «Der Wald hat
   eine schwache Lobby», meinte Abegg resigniert